Einige Zeit bereits ist es her, dass die Ausschreibung eines Bundesministeriums für die freie Mitarbeit einer Fotografin/eines Fotografen für Aufruhr sorgte und die Diskussion um die FotografInnenhonorare in der Presse erneut anheizte. Für einen Jahresumsatz von rund 88.000 Euro wurde eine Rahmenvereinbarung für die Bewerberin/den Bewerber in Aussicht gestellt, die den Zuschlag erhält. Viel oder wenig für eine selbständige Fotografin oder einen selbständigen Fotografen, die/der sich selbst versichert und alle anfallenden Ausgaben für das eigene Foto-Business aufbringen muss? Was am Ende davon übrig bleibt, kann man sich ausrechnen und ist für die meisten FotografInnen kein üppiges Jahreshonorar. Aber es gibt auch FotografInnen, die glauben, dass sie so viel nicht „verdient“ haben und diese Summe für üppig halten.
Schaffe Klarheit über deine Werte und Ziele
Du kennst sicherlich die ständigen Diskussionen über die Entwicklung der fotografischen Honorare. Es wird oft beklagt, dass es keine klaren Tarife gibt, die Fotografen und Fotografinnen vor unfairen Verhandlungen oder Kunden, die einen über den Tisch ziehen, schützen. Ja, das ist tatsächlich ein Problem. Aber lass uns eines klarstellen: Die Schuld kann nicht allein auf andere oder die Umstände geschoben werden. Es lohnt sich, einen genaueren Blick auf deine eigene Einstellung zum Geld zu werfen. Manchmal scheint es, als würden einige FotografInnen sich fast schämen, nach einem höheren Umsatz zu streben, als ob finanzieller Erfolg weniger wertvoll wäre als Anerkennung allein.
Dein Potenzial erkennen und nutzen
Eine Auftraggeberin hat kürzlich ihre Erfahrungen mit FotografInnen geteilt, die sie seit fünf Jahren regelmäßig beauftragt. Die meisten von ihnen sind zufrieden damit, ein- oder zweimal pro Woche zu ihrem aktuellen Tagessatz zu arbeiten, ohne sich um mehr zu bemühen. Sie vernachlässigen die Akquise, verzichten auf Marketing und unternehmen nichts, um ihren Umsatz zu steigern. Dabei könnte jeder von ihnen, wenn er aktiver werden würde, einen beträchtlichen Jahresumsatz erzielen. Es liegt auch an der Perspektive, was als „ordentlicher Jahresumsatz“ betrachtet wird. Für manche sind 88.000 Euro brutto viel, für andere gar nicht. Dein eigenes Verhältnis zu Geld spielt hierbei eine Rolle. Und es ist absolut in Ordnung, Erfolg zu haben und gutes Geld zu verdienen.
Schritte zu mehr Erfolg und Einkommen als FotografIn
Wenn du deine persönlichen Glaubenssätze identifizieren und dein Verhältnis zum Thema Geld überdenken möchtest, habe ich einige Tipps für dich, die meiner Meinung nach die Grundlage für einen erfolgreichen Umsatz und beruflichen Erfolg bilden:
1. Klare Ziele setzen:
Beginne mit der Klarheit über deine beruflichen Ziele und setze dir Fokuspunkte für deine Arbeit. Überlege, was neben deinem Tagesgeschäft noch wichtig ist, wie beispielsweise die Gewinnung interessanterer Kunden oder die Erweiterung deines Angebots. Lass dich nicht von den täglichen Aufgaben ablenken und reserviere Zeit für Aufgaben, die dir langfristig nutzen.
2. Die richtigen Kunden identifizieren:
Definiere, was für dich einen guten Kunden ausmacht – jemanden, der dein Angebot zu einem angemessenen, für dich profitablen Preis erwirbt. Aus welchen Kundenbeziehungen ziehst du den größten Nutzen? Konzentriere deine Akquise- und Kundenpflegemaßnahmen auf diese Zielgruppe und befreie dich von Kunden, die nicht deinen Kriterien entsprechen.
3. Angebote anpassen und Preise festlegen:
Verschaffe dir Klarheit darüber, welche Leistungen deine Kunden wirklich benötigen und erwarten. Sei ehrlich zu dir selbst: Ist dein Angebot attraktiv genug? Entwickle interessante Angebote und passe deine Preise entsprechend an. Berücksichtige dabei auch deinen eigenen Finanzbedarf und wie viel du verdienen musst, um finanzielle Sicherheit und Investitionsmöglichkeiten zu haben.
Überdenke deine innere Haltung und deine Einstellung zu Geld. Wie stehst du zu beruflichem Erfolg allgemein und besonders in Bezug auf deine Arbeit? Das wichtigste Ziel kann nicht nur sein, einen Job zu bekommen und gut zu erledigen. Vielmehr kommt es darauf an, dass du von deiner Arbeit wirklich gut leben kannst und den Berufsstand der FotografInnen durch angemessene Preiskalkulationen unterstützt.
Recap
- Hinterfrage deine Einstellung zum Geld und sei stolz auf finanziellen Erfolg, denn er sichert auch den Berufsstand
- Setze dir klare Ziele und fokussiere dich auf lukrative Kunden, die deinem Business guttun
- Passe deine Angebote und Preise an die Kundenbedürfnisse und deine finanziellen Ziele an
- Trau dich in Verhandlungen mit Kunden mutig zu sein und verkaufe dich nicht unter Wert
- Setze dir eine Grenze für den Wert deiner Arbeit, so kannst du selbstbewusster auftreten